Donnerstag, 4. September 2014

Die ersten Schultage

Wenn Ihr Kind ein Schulneuling ist, so sind besonders die ersten Wochen und Tage äußerst aufregend - für die gesamte Familie: Ein anderer Tagesablauf, neue Aufgaben, veränderte Personenkonstellationen etc. kommen nun auf alle Beteiligten zu.

Ein einfacher, aber umso wichtigere Tipp, lautet: Lassen Sie es ruhig angehen und geben Sie Ihrem Kind das Gefühl,  dass der Gang in die Schule etwas Normales darstellt. Kinder spüren Stress recht schnell und können dies manchmal als negativ interpretieren.


Hier ein paar kleine Tipps für einen ruhigen Start in das Schulleben. 

Wichtig dabei: Dies sind persönliche Tipps aus meiner Erfahrung mit Schülern und ihren Familien. Sie sind nicht auf alle Familienformen übertragbar, aber können Impulse für Sie darstellen. 

- Lassen Sie Ihr Kind frühzeitig aufstehen,  so dass noch genügend Zeit ist,  um

  • sich zu waschen und anzuziehen (Hygiene ist wichtig),
  • etwas zu frühstücken: es muss nicht viel sein, wenn Ihr Kind kein großer Frühstücker ist, aber nur mit Energie kann gut gelernt werden,
  • zur Schule zu gelangen (am besten zu Fuß, mit dem Roller etc., denn Bewegung am Morgen fördert die Gehirnleistung) und vor dem Unterrichtsbeginn auf dem Schulgelände noch mit den Freunden zu spielen, zu reden usw. (Mein Tipp: mindestens 10' vor "dem Gong" da sein).          
  
- Fernsehen vor der Schule ist ein No-Go, da es die Konzentrationsfähigkeit von Kindern 
  enorm einschränkt. Morgens das Radio im Hintergrund laufen zu lassen ist eine gute  
  Alternative.

- Feste Rituale innerhalb des Tages sind wichtig: Sollte ihr Kind in der Ganztagsschule zu  

  Mittag essen, so führen sie doch das Abendbrot/ - Essen gemeinsam durch. 

- Das leidige Thema Hausaufgaben: Es ist immer typabhängig, wie Ihr Kind am besten und für alle am stressfreisten die Hausarbeiten erledigt. Die meisten Kinder benötigen nach der Schule ein wenig Pause, z.B. durch das Mittagessen und durch etwas Bewegung ( am besten draußen). Einige Schüler möchten die Hausaufgaben allerdings direkt erledigt haben. 

Schauen und testen Sie, was für Ihr Kind das Beste ist.
Wenn Sie einmal nicht weiterkommen (Lernblockade), legen Sie eine Pause ein und versuchen Sie es später noch einmal. Sollte es gar nicht mit den Hausaufgaben 
vorangehen, so schreiben Sie dies der Lehrerin ins HA-Heft oder unter die jeweilige Aufgabe und alle wissen Bescheid. Niemand möchte, dass Ihr Kind stundenlang an den Hausarbeiten sitzt und der Effekt ist kontraproduktiv, da ganz schnell Schulfrust entsteht.

- Schauen Sie auf den Stundenplan und packen Sie - gemeinsam mit Ihrem Kind - jeden Tag den Ranzen für den Folgetag. Der Schulranzen soll so leicht wie möglich sein, um Rückenschädigungen zu vermeiden (man rechnet 10% des Körpergewichtes als Maximum). Zugleich lernen die Kinder zunehmend, den Stundenplan zu lesen und den Ranzen selbst zu packen.


- Spätestens bei Schuleintritt sollte Ihr Kind sich (schnell) umziehen lernen. Dies ist für Fächer wie Sport oder Schwimmen von enormer Bedeutung. Jedes Kind, das seitens der Lehrkraft Hilfe beim Anziehen benötigt oder übermäßig lange braucht, bedeutet ein Zeitverlust der jeweiligen Stunde.

Tipp: Machen Sie doch einen Wettkampf daraus und stoppen sie die Zeit. Ihr Kind wird stolz darauf sein, sich zeitlich immer mehr zu verbessern.

- Was die Fächer angeht, so bietet es sich ebenfalls an, Dinge spielerisch zu üben. Kopfrechenquiz', Anlautspiele ( "Wer findet mehr mit A? ... Apfel, Affe, Ananas) und und und...
Auch ein "Geschichtenbuch" für Zuhause, in das die Kinder erste Schreib- und Erzählversuche notieren, fördert den Lese-Schreib-Prozess.
Übrigens: Trauen Sie sich ruhig, Fehler auch einmal zu verbessern. Allerdings müssen sie dabei diese Korrekturen auch durch Lautierungen begründen.

- Ein Abendritual vor dem frühzeitigen (!!!) Zu- Bett-Gehen ist ebenfalls wichtig: Geschichten vorlesen, sich erzählen oder ein Hörspiel anhören sind gute Maßnahmen.


Zum Ende noch etwas, das Eltern, v.a. Mütter, nicht allzu gerne hören: 

Lassen Sie Ihr Kind ziehen! 
Sie brauchen es nicht auf den Schulhof oder gar bis in die Klasse zu begleiten. Am Schultor sollten Sie sich verabschieden, da auf dem Schulgelände eine Beaufsichtigung garantiert ist.
Ihr Kind ist nun "groß" und muss noch mündiger werden. Daher ist es immer besser, das Kind vor dem Schulhof "abzugeben" (und dabei bitte KEINEN Abschiedsschmerz zeigen) und es dem Schulmorgen zu überlassen. Natürlich kann immer etwas passieren, aber dies ist auch zuhause der Fall.

Also: Vertrauen Sie Ihrem Schützling und sich selbst. Lassen Sie die ersten Schulwochen mit Ritualen auf sich zukommen.


Und: Suchen Sie bei Fragen stets die Lehrkraft auf. Sie wird Ihnen Rede und Antwort stehen. 






Nächstes Thema: Das Schulfrühstück.












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